Kokerei Zollverein in den 80er Jahren – aus meinem Küchenfenster heraus gesehen.
Es ging und geht um die Menschen,
die hier leben, arbeiten und wohnen
Dies ist eine Umweltstory von unten. Von einem Zugewanderten der dabei war.
Ein kritischer Blick zurück.
Im Jahr 1915 erklärte das Reichsgericht in einem Schadensersatzprozess: Im Ruhrgebiet sei „aufgrund der orstüblichen Belastung nicht mehr damit zu rechnen, daß Obstbäume existieren könnten“.
Zitat aus „Blauer Himmel über der Ruhr“, Brüggemeier/Rommelspacher, Essen: Klartext (1992)


Josef-Hoerenstraße – 80er Jahre.


Zu Beginn des Jahres 2026, als ich diese Webseite nach und nach mit Inhalt fülle, bemerke ich zunehmend Parallelen zwischen dem heutigen Roll-Back im Umweltbereich und den Problemen, vor denen wir in den Jahren 1980 bis 2000 standen. Das mühsam erstrittene Verbandsklagerecht von Umweltverbänden soll abgewickelt werden, Pestizidzulassungen werden ungeprüft verlängert (EU-Zuständigkeit), Straßenbau soll grundsätzlich Vorrang vor Naturerhalt gewährt werden. Beschleunigungsgesetzte sollen die Einspruchsrechte der Zivilgesellschaft aushebeln. Ein verwässertes „Heizungsgesetz“ sabotiert Klimaschutz und das Aus für die fossilen Auto-Verbrenner rückt in weite Ferne. Die „Entwaldungs-Richtlinie“ der EU wird vertagt und das „Lieferkettengesetz“ bekommt ne Light-Version. Tschüss Menschrechte. Umso interessanter also all dies aus der Vergangenheit heraus zu betrachten.
Smog-Pott 1980 bis 2000:
Watt war Sache?

Das Ruhrgebiet und die gesamte Emscher-Region waren jahrzehntelang durch Schwerindustrie und Bergbau enormen Umweltbelastungen ausgesetzt. Allein in Essen gab es insgesamt 290 Zechen. Zusätzlich zu den Hauptzechen gab es auch noch viele Kleinzechen, Schächte und Stollen, so dass die Gesamtzahl der Anlagen auf etwa 1700 geschätzt wird (Historisches Portal Stadt Essen). Die hier erzählte Geschichte befasst sich wesentlich mit der Emscherregion, also nördlich und südlich des Flusses und des Kanals. Eigentlich müsste das Ruhrgebiet ja Emschergebiet heissen. Dies aber erst nach der Nordwanderung des Bergbaus.
Ein schneller Überblick:
Eine [kompakte] Bilanz aus meiner persönlichen Sicht

Die Kohle wurde in Kokereien verarbeitet und diente als Hausbrand und Einsatzmaterial für die Hochöfen der Stahlindustrie. In den Kokereien wurden auf der „weissen Seite“ viele Chemikalien mit hohem Giftpotential erzeugt (u.a. Benzol). Dies sind Grundstoffe der Chemieindustrie aus der die umweltgefährdende „Chlorchemie“ erwuchs, die Grundlage der bis heute auswuchernden Kunststoff-Produktion.
Raffinerien und Tanklager bedienten den ungebremsten Wahnsinn des steigenden Verkehrs, dessen Schnellstraßen den Ruhrpott durchziehen. Der brutale Bau der A42 quer durch die Emscherzone führte durch anhaltende Proteste in den 60er Jahren bereits zum Erfolg: Lärmschutzwälle sind ein Resultat der ersten aktiven Umweltbewegten im Pott. Der Bau der A31 (Ostfriesenspieß) durch Naturgebiete quer durch Essen, Mülheim und weitere Orte wurde verhindert. Die A52 Planungen quer durch den Essener Norden leben immer wieder auf.
Diffuse Emissionsquellen aus den Kokereien, Hochöfen und Chemiewerken entließen einen Giftcocktail der sich zusammen mit dem allgegenwärtigen Staub auf Mensch, Tier und Landschaft legte. Wenn die Bergleute mit ihrer Staublunge wieder an das Tageslicht kamen lebten sie mit ihren Familien und Kindern in verseuchter Luft und ernährten sich von giftigem Gemüse, das sie zur Selbstversorgung anbauten.
Die Emscherzone war aufgrund der starken Ballung von industriellen Hauptverursachern ein durch Umwelt-Gifte bereits hochbelastetes Gebiet. Bis hin zu SMOG-Alarm Stufe 3 gab gab es mehrere Smogs 1960 bis 1992. Es gab mehr Krebsfälle und Atemwegs-Erkrankungen, wie z.B. Pseudokrupp, als im Bundesdurchschnitt.
Blickt man im Jahr 2025 zurück, dann verschwindet all dies hinter „Industriekultur“, „IBA-Emscherpark“, „Metropole Ruhr“, „Essen Kulturhauptstadt 2010“. Aber in Bottrop brennt immer noch eine Schlackehalde aus dem Bergbau. Diese Webseite soll ein Beitrag zur kollektiven Erinnerung sein und würdigt die Aktivität und den Widerstand der unzähligen Bürger, die sich dem Smog-Pott entgegenstellten.
WIR – das war ein buntes Mosaik aus Aktivisten
Hier ist häufig von WIR die Rede. Das meint alle, die sich über die Jahre und Jahrzehnte aktiv eingesetzt haben. Keine einzelne Organisation, Gruppierung oder Partei. Es gab eine lebendige Szene von Umweltbewegten, die sich an immer wieder neuen Hotspots zusammenfanden und Dinge in Bewegung setzten. In vielen informellen Zirkeln und Initiativen wurden rote Linien definiert, Forderungen formuliert und – entscheidend – praktische Arbeit in den betroffenen Stadtteilen und regionalen Zusammenschlüssen gemacht: Flugblätter, Infostände, Demonstrationen, Eingaben bei der Stadt, Beteiligung an Planfeststellungs-Verfahren und Aktionärsversammlungen. Die Gründung der GRÜNEN spielte eine Rolle und die bundesweite Umweltbewegung der 80er Jahre strahlte in die Emscherzone aus wie auch gleichzeitig von hier entscheidende Impulse zu dieser Bewegung ausgingen.
Altlasten wurden vielerorts zu Neulasten
Die Industrie hinterließ einen Cocktail von Altlasten in den Böden, deren spätere Sanierung nicht nur sehr gefährlich war, sondern auch sehr viel Geld verschlang. Die Verursacher hatten ihre Profite eingefahren und waren meist nicht mehr greifbar und zur Verantwortung zu ziehen, wenn eine solche Sanierung anstand. Die Kokerei Zollverein machte 1994 dicht und es hieß großmäulig, Altlasten seien dort kein Problem. Seltsam: Als die Ruhrkohle 2013 begann ihre Zentrale auf das Zechen-Gelände zu verlegen, mussten dann erstmal 100.000 Kubikmeter Altlasten entfernt werden. Der Hype um die Perspektive auf das „Welterbe Zollverein“ begrub dann vollends einen kritischen Blick auf die Altlasten-Bilanz.
Vielerorts wurden auf belasteten Arealen Neubau-Siedlungen geplant, die später zum ökologischen und finanziellen Disaster für die Bewohner wurden. Dortmund Dorstfeld und die Essener Zinkhütte sind nur die beklemmendsten Beispiele. Der Emscher-Umbau stockt gerade (2026) in Oberhausen, weil Altlasten zutage treten. Man schätzt dass das die dortigen Massnahmen bis Ende 2027 verzögert.
Gift in Bergbaustollen versenkt
Eine Zeitlang kam die RAG auf die famose Idee industriellen Sondermüll in stillgelegten Bergbaustollen einzulagern. Das droht heute zum Bumerang zu werden, weil die Ruhrkohle aktuell die Stollen flutet auf ein Niveau von über minus 1000m auf zirka minus 400 bis 600m. Das ist eine Sparmaßnahme der RAG, weil sonst die „Ewigkeitskosten“ des Bergbaus aus dem Ruder laufen. Die Pumpstationen zur Grubenwasserhaltung sollen auf 6 Standorte eingedampft und durch neue Pumpenschächte von oben bedient werden. Im Gegensatz zu den Bergsenkungen früherer Tage kann dies zu Berghebungen führen. Der Experte Harald Friedrich, ehemals Mitarbeiter des Umweltministeriums NRW, hält das für ein gefährliches Spiel wegen der möglichen Verseuchung des Grundwassers und ist strikter Gegner dieses Projektes.
Nestbeschmutzung? Schnee von gestern?
Gerne wird der kritische Blick auf diese Themen mit Nestbeschmutzung abgetan oder vermeintliche Sachzwänge werden dagegen ins Feld geführt: „Das ging nicht anders“ – „Man wusste es nicht besser“ oder „Stand der Technik“. Zu guter Letzt war es immer die Gefahr für die Arbeitsplätze, die gegen saubere Luft und eine intakte Umwelt ausgespielt wurden. Das letztere wird ständig von den größten Arbeitsplatzvernichtern beschworen. Das Nokia-Werk in Bochum wurde mit gigantischen Subventionen ins Revier geholt und nach einigen Jahren war plötzlich Rumänien ein besserer Ort um Profite zu machen. Das geplante „VEBA-Kraftwerk in der BuGa“ wäre mit Importkohle aus Kolumbien betrieben worden. Genau wie die aktuell (2025) noch betriebene Kokerei Prosper in Bottrop des Stahlkonzerns Acelor-Mittal. Also nix mit Arbeitsplätzen im Bergbau.
Kultur statt Industrie?
Touristen statt Proleten?
Jau wie is datt schön in Kohlenpott,
und watt wird für die Malocher all getan.
Weil die alle so schön schuften…
Liedermacher Frank Baier LP „Auf der schwarzen Liste“ – 1981
„Und man siehet die im Lichte, die im Dunkeln sieht man nicht“ (B.Brecht).
Wenn man dem aktuellen Stadtmarketing im Ruhrgebiet glaubt, dann ist alles ja viel besser geworden. Aber man sollte auch mal auf die Schattenseiten zu blicken.
Der Umbau des Ruhrpotts mit kulturellen Leuchttumprojekten hat den Tourismus zweifellos gefördert. Allerdings auf Kosten bezahlbarer Wohnungen durch AirBnB-Unterkünfte. Ersatzarbeitsplätze für jene, die sie gebraucht hätten, waren beileibe nicht flächendeckend vorhanden. Am Fuß dieser Leuchttürme wuseln tausende prekär bezahlte Paketboten und Lieferando-Radler durch die Stadtteile und viele haben nicht nur den einen Job. Die Altersarmut lugt aus jedem Rollator, den man auf den Straßen sieht. Der zunehmende Graben zwischen Reich und Arm verläuft quer durch die Region und die Stadtteile, die ich hier beschreibe, sind immer noch die mit „besonderem Erneuerungsbedarf“ – wie es so schön im Amtsdeutsch heißt.
Die Vison von der glorreichen „Wissens-und Dienstleistungs-Gesellschaft“ (Christoph Zöpel), die sich in Gewerbeparks ansiedelt, ist eine Insel-Lösung für nur sehr Wenige. Und die Kulturschaffenden sind gezwungen unter selbstausbeuterischen Bedingungen zu arbeiten. 2026 plante die Stadt Essen Kürzungen von 150.000 Euro für die Freie Szene – ein Todesurteil. Nach Protesten wieder zurückgenommen.
Es mutet seltsam an, dass als Ruhrpott-Hymne ein Lied gilt, das die Vorgesetzten im ehemaligen Bergbau besingt: „Horch der Steiger kommt“ – das war von den einfachen Hauern vor Kohle als Warnung vor dem Vorgesetzten gemeint. Seit 2023 ist das Lied Weltkulturerbe, genau wie zuvor das Leuchtturmprojekt Zeche Zollverein. Mit dem Steigerlied und auf Hochglanzprospekten wird uns rückblickend Bergbau-Sozialkitsch vermittelt und die schlichte Tatsache, dass das etwas besser bezahlte Bullshit-Jobs waren, fällt mehr und mehr dem Vergessen anheim. Das Narrativ von „harter Arbeit, die zusammenschweisst“ und „Bergbaustolz“ wird allzu oft in Sonntagsreden von Leuten beschworen, die davon keine Ahnung haben.

Das Millionengrab der Extraklasse
Das SANAA-Gebäude auf Zollverein wurde mit dem Preis für „Beste städtebaulische Symbolik“ bedacht. Symbolik ist dabei das richtige Stichwort. Wie so vieles blieb es Symbol, weil es nach 10 Jahren völlig unbrauchbar wurde und heute als teurer Sanierungsfall gilt. Kein Unternehmen wurde gefunden, um die Bauschäden zu sanieren. Aktuell wird es auf der Homepage von Zollverein noch beschönigend folgendermaßen beworben:
„Das SANAA-Gebäude auf der Zeche Zollverein gilt seit seiner Errichtung als architektonisches Meisterwerk mit bahnbrechendem Energiekonzept und bietet damit eine Eventlocation der Extraklasse.“
Das Disaster dieser Fehlplanung kostete die Steuerzahler mehr als 30 Millionen Euro. Der Gipfel war der Versuch, die hauchdünnen Wände dieses Meisterwerkes mit Grubenwasser zu beheizen, was ordentlich schief ging.
Der gesamte Schlamassel ist dankenswerter Weise präzise auf Wikipedia nachzulesen. Wer nach dieser Lektüre noch Lust zur Empörung verspürt, dem empfehle ich den Artikel von
Honke Rambow bei RUHRBARONE von 2018: Reisst den Schrott doch endlich ab.

Vorbelastung und was dagegen zu tun war
Die Situation damals und unsere Forderungen kurz zusammengefasst:
- Weitere Belastungen durch neue Industriebetriebe können nicht akzeptiert werden.
- Müllverbrennung als System der „Entsorgung“ ist zurückzuweisen – Alternativen sind vorhanden
- Bestehende Anlagen müssen durch Filtertechnik entgiftet werden. Entsprechende niedrigere Grenzwerte sind zwingend einzuführen.
- Vergiftete Altlast-Böden sind zuverlässig zu ermitteln und schonend zu sanieren.
- Hohe Schornsteine zur weiträumigen Verteilung der Emissionen in andere Gebiete durften keine Lösung sein.
- Kleinräumige Schadstoff-Messungen zur Überwachung der Emissionen und der Gesamtbelastung der Luft sind notwendig. Alle wichtigen Komponenten müssen erfasst werden.
- Weitere Naturzerstörung, Flächenverbrauch und Versiegelung durch Verkehrsausbau sind nicht akzeptabel.
- Schwerlastverkehr mit Gefahrstoffen durch Wohngebiete muss reduziert werden.
Technologieoffen? – Nicht für Filter, die was kosten
Die berühmte „Technologie-Offenheit“ galt und gilt nur nach Maßgabe von Konzernen aber nicht für die Herstellung einer lebenswerten Umwelt. Der Einbau wirksamer Filter musste Schritt für Schritt erkämpft werden. Einschneidende Massnahmen erfolgten (oft nur in Worten) in der Regel nach Katatstrophen (Smog, Tschernobyl, Bhopal) und folgenden Protesten. Ganz so ist es auch heute mit dem Klimawandel, dem mit unglaublichem Greenwashing begegnet wird. Schon die Zielvorgaben werden regelmäßig abgespeckt und verwässert. Noch schlimmer in der konkreten Umsetzung: Regelmäßig versanden selbst zaghafteste Verbesserungen in den Mühlen der Politik oder werden von großen Interessens-Verbänden ausgebremst. Seit Trump und Merz erleben wir eine Rückabwicklung des Klimaschutzes in das fossile Zeitalter. Technologieoffen ist das nicht. Stattdessen wird mit Scheinlösungen operiert. Die Organisation FOOD-WATCH gewinnt regelmässig Prozesse gegen Firmen wie ALDI, die sich ein „Netto-Null“-Etikett anhängen wollen. Siehe Foodwatch-Report 2022.
Die Geschichte der Umwelt im Smog-Pott, die hier ganz subjektiv erzählt wird, handelt von Menschen, die regelrecht auf die Barrikaden gingen und sich kein X für ein U vormachen ließen.
Der Klimawandel wird uns in Situationen bringen, in denen eine solche Haltung mehr denn je gefragt sein wird.

Ortsübliche Belastung
Drei Regierungsbezirke haben ihren Schnittpunkt direkt in der Emscherzone mit den Städten Essen, Bochum und Gelsenkirchen. Aus Sicht der Regierungspräsidien in Münster, Arnsberg und Düsseldorf gab es dort eben eine „ortsübliche Belastung“ – Da konnte man ruhig noch was draufpacken.

Brüggemeier/Rommelspacher, Essen: Klartext (1992)
Ortsübliche Belastung oder ökologischer Umbau?
Schlussbemerkung des Buches „Blauer Himmel über der Ruhr“:
„Der ökologische Umbau ist allerdings selbst im stark belasteten Norden des Ruhrgebietes möglich. […] Er kann gelingen, wenn auch nur ein Teil der Energien und Finanzen mobilisiert werden, die in wenigen Jahrzehnten ein Bauernland in das industrielle Zentrum Europas verwandelten. Dazu ist in erster Linie ein entsprechender Druck der Bevölkerung erforderlich.
[…] Denkbar ist jedoch nicht nur ein ökologischer Umbau, möglich ist auch, daß im Ruhrgebiet erneut andernorts nicht akzeptierte Belastungen konzentriert werden. In diese Richtung weist der geplante Bau mehrerer Anlagen zu Müll- und Sondermüllverbrennung sowie zur Verwertung von Abfällen ausgerechnet in der geschädigten Emscherzone. Damit würde das Prinzip der Regionalisierung von Umweltbelastungen wieder auferstehen und dem Ruhrgebiet erneut und auf lange Sicht die Rolle des Aschenprödels – dieses mal im High-Tech-Gewand – zugewiesen.“
Die Befürchtung der beiden Autoren trat ein und wir haben uns kräftig dagegen gewehrt, indem wir den entsprechenden Druck aufgebaut haben, den sie ja empfohlen haben. Und dabei wurde einiges erreicht. Der Ruhrpott würde heute anders aussehen, wenn gegen vieles nicht entschieden Widerstand geleistet worden wäre.
Alternative Lokale Medien und Bürgerfunk



NEW – NEUE ESSENER WELLE
Lokalrundfunk
Eine besondere Rolle spielten auch lokale alternative Medien. Die Zeche Carl gab im Essener Norden eine Stadtteil-Zeitung namens „Mittendrin“ heraus. Dort residierte auch die „Neue Essener Welle“ (NEW) als Lokalrundfunk sowie der lokale Fernsehsender „Offener Kanal“ OK43.
Ausgehend vom Kulturzentrum GREND im Essener Süden im Stadtteil Steele an der Ruhr erschien ab 1993 die Stadtteil-Zeitung „GREND-Blatt“ mit 3000er Auflage.
Und nicht zu vergessen, das Lokalblatt „Borbecker Nachrichten“ im gleichnamigen Stadtteil, der im Zentrum vieler Umweltprobleme stand. Diese Zeitung wurde später vom WAZ-Konzern aufgekauft und lahmgelegt. Im grün-alternativen Spektrum gab es noch die Essener STANDORTE. und später die NEUE ESSENER PRESSE (NEP). Ab 1986 erschienen dann die „GRÜNEN ZEITEN“ der Essener Ratsfraktion der Grünen.
Alle diese Medien widmeten sich den unübersehbaren Umweltproblemen und gaben den Initiativen viel Raum für Berichterstattung und um sich darzustellen.



Die Pionierarbeit im SMOG-Pott mit bundesweiter Ausstrahlung


Bücher in denen Pseudokrupp und Müllverbrennung kritisch aufgegriffen wurden. Beiträge der Essener Elterninitiative Pseudokrupp erschienen darin:



1984 erscheint im Buch von ROBIN WOOD ein ausführlicher Beitrag der Essener Pseudokrupp-Initiative von Christa Kunkel.





Die Themen und die Akteure – früher, lokal, regional, bundesweit
Bereits vor 1980 gab es im Essener Norden und Bottroper Süden enorme Auseinandersetzungen um eine saubere Umwelt. Ein Markstein war 1962 die Gründung einer der ersten Umwelt-Initiativen im Nachkriegs-Deutschland. In Essen starteten Dr. Schmeck und seine Mitstreiter die „Dellwiger Interessengemeinschaft gegen Luftverschmutzung“.
Siehe Thema: … und vorher?
Die Themen meiner Website erlauben es die Vielfalt der Aktionen, Initiativen und das persönliche Engagement der vielen Akteure darzustellen und zu würdigen. In vielen Fällen ergaben sich Kontakte und gemeinsames Vorgehen über Stadtgrenzen hinweg, ruhrgebietsweit oder, wie bei Müllverbrennung und Pseudokrupp, sogar bundesweit.
Die Herausgabe der drei Nummern der „Müllzeitung“ und die Anhörung im Gesundheitsausschuss des Bundestages zu Pseudokrupp (Christa Kunkel als betroffene Mutter) hatten bundesweites Echo.

In Essen wurde der
Bundesverband „Eltern gegen Luftgifte“ gegründet – 1984
mit 250 Teilnehmer:innen aus 50 Städten.
Eintrag in der WAZ-„Chronik des Ruhrgebietes“
In Essen fand 1985 statt:

Tribunal RWE angeklagt !
Dreitägig in der Zeche Carl mit dutzenden Organisationen und Initiativen. Februar 1985
Am selben Ort in der Zeche Carl:

Bundesweiter Kongress der Giftmüllgegner – 1988
Statt (Gift-)Müllverbrennung eine umfassende Vermeidungsstrategie für gefährliche Stoffe.
Die Presse, insbesondere Spiegel und Stern, brachten ausführliche Dokumentationen aus dem Smog-Pott. Ich führte eine dänische Journalistin von Dagens Nyeter einen Tag lang über die Halden und zeigte ihr die weithin sichtbaren Hauptverursacher. Bei Pfarrer Lachner in Schonnebeck war das italienische Fernsehen für eine Reportage zu Gast.
Nicht zuletzt landeten wir in der großen „Chronik des Ruhrgebiets“ des WAZ-Verlags (1987) mit einem ausführlichen Eintrag und einem Foto unseres damaligen Wohnzimmers.
Der bekannte Ruhrgebiets-Fotograf Manfred Vollmer hatte 1985 im Auftrag des Magazins Stern alle unsere Pseudo-Krupp Kinder fotografiert. Er bat mich anschließend all die ihm nicht bekannten Orte auf den Halden aufzusuchen, von denen aus ich bereits viele Fotos von den Hauptverursachern gemacht hatte. Ein gut Teil der Fotos, die hier zu sehen sind, stammen von diesen Exkursionen.
Diese Seite wird sich nach und nach verändern, wenn die weiteren Inhalte eingestellt werden. Ich starte zunächst mit „Pseudokrupp – die kranken Kinder von Essen-Borbeck“.

Schnelle Orientierung
Zwei Videos zur Umweltgeschichte im Ruhrpott. Mit Wolfgang Sykorra habe ich damals zusammengearbeitet.
Website von Erika Fehse
Wie hat sich der Essener Norden im Laufe der Zeit verändert? Die Geschichte der Essener Stadtteile Borbeck und Dellwig ist vielseitig: Panzerbau, Industrie, Umweltschutz und Bürgerinitiativen – was haben diese Themen miteinander zu tun? Schüler*innen der Geschwister-Scholl Realschule haben zu diesen Themen Wolfgang Sykorra vom Kultur-Historischen Verein Borbeck e.V. interviewt und Straßenumfragen in Essen-Borbeck gemacht.


