Bild oben: Rauchschwaden der Olsberg Aluschmelze direkt durch das Hallendach – 90er Jahre


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Aluschmelze, Bombe und das Giftmüllzentrum Essen Nord
Am alten Standort der Essener Eisenwerke werkelten nacheinander drei Betriebe mit problematischen Stoffen. Immer wieder zogen Giftschwaden in die nahen Wohngebiete. Höhepunkt war die Explosion einer Bombe in einem Bauschutt-Shredder der Firma Bergfort. Die Rote Linie war überschritten, der schon lange vorhandene Protest eskalierte.
1993: Als mein Sohn Kalle mit 13 Jahren mit dem Bus von der Schule nach Hause fuhr, entging er nur knapp einem Eisenträger von der Schredderexplosion auf dem Gelände der Fa. Bergfort an der Emscherstraße, wo wir mittlerweile wohnten. An der Haltestelle, die er 15 min. zuvor verlassen hatte schlug das Geschoss ein. Den Giebel unseres 300m entfernten Hauses traf ein weiteres Eisenteil.
Eine Weltkriegsbombe war vom Abbruch des Sterngeländes (Brauerei Stern) in der Essener Innenstadt auf einem LKW bis in den Essener Norden transportiert worden und ist dann schließlich im Schredder explodiert. Zwei Arbeiter wurden lebensgefährlich verletzt. Der Firma Bergfort gelang es, alle Verantwortung für die Explosion abzuwehren und sie bekam Schützenhilfe aus dem Regierungspräsidium in Düsseldorf: Die Explosion der Bombe gehöre zum „Allgemeinen Lebensrisiko“ – mit so etwas habe man eben zu rechnen. Dementsprechend war Bergfort aus der Haftung von Schäden freigestellt. Dies alles, obwohl die Stadt Essen vor dem Abbruch auf mögliche Bombenfunde ausdrücklich hingewiesen hatte.
Danach begann der Protest gegen das „Giftmüllzentrum Essen-Nord“, wie wir es nannten.
Bürgerliste Essen- Nord gegründet
Eine Bürgerliste-Essen-Nord gründete sich und arbeitete jahrelang in zwei Bezirksvertretungen.
2025: 32 Jahre später existiert in diesem dichten Wohngebiet immer noch ein hoch problematischer sogen. Recyclingbetrieb in dem ein wilder Materialmix verarbeitet wird.. Ein Metall-Schrottberg entzündete sich. Die Feuerwehr brauchte 25 Stunden um den 15m hohen brennenden Schrottberg zu löschen.
Das Umweltamt erklärt mir am Telefon: Die Ursache ist unklar, der Betrieb arbeitet vorbildlich, der Stoffkatalog ist genehmigt, der Betrieb arbeitet weiter wie vor dem Brand. Die städtische Behörde, die für die Überwachung zuständig ist sieht sich nicht veranlasst einzugreifen. Es heißt: „Wir haben keine gesetzliche Handhabe“. Aussderdem habe man schon immer mit „planerischem Chaos durch heranrückende Wohnbebauung zu tun“. Das gilt ganz sicher nicht für die Häuser in der Emscherstraße direkt gegenüber. Anwohner von dort haben mir erzählt, wie sie früher immer in die Waschkaue der Eisenwerke gingen, weil sie zuhause kein Bad hatten. Auch die Siedlung nördlich des Geländes sind alte Bergbau-Siedlungshäuser, z.B. in der Wilhelminenstraße und Leseband. Da ist eigentlich nichts herangerückt.
WAZ-Foto vom Brand ganz unten auf der Seite.
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Erst Autoschrottschmelze Olsberg dann Bauschutt von Bergfort
Vor Bergfort war die Firma Olsberg auf dem Gelände.
Die Aluschmelze der Firma Olsberg entließ immer wieder Giftschwaden über das Hallendach. Der Kamin war häufig nicht angeschlossen (Foto). Der damalige Aluminiumschrott kam unter anderem aus Autos, die mit PCB-Öl kontaminiert waren und beim Einschmelzen Dioxine und viele andere Giftstoffe entstehen ließen. Solche Metall-Schmelzbetriebe verseuchten damals bundesweit viele Standorte.
Die Schrott-Schmelzöfen der früheren Firma Olsberg standen mittlerweile still als die Firma Bergfort den Betrieb übernahm. Der sogenannte Bestands-Schutz für den Betrieb an dieser Stelle mitten in einem Wohngebiet drohte nach zwei Jahren Stillstand verloren zu gehen. Ein neuer Genehmigungs-Antrag wäre fällig, der so ohne weiteres nicht durch gegangen wäre. Also nahm Bergfort die Öfen rechtzeitig wieder in Betrieb und entwickelte ein Konzept gemäß der damaligen Entsorgungs-Philosophie: Die reinigende Kraft des Feuers sollte Giftmüll zum verschwinden bringen. Wir nannten das dann „Giftmüllzentrum Essen-Nord“. Anwohnerin Ingrid Hochheim war durch die Bombe aufgeschreckt und direkt aktiv geworden. Im Rahmen der Bürgerliste führte sie einen konsequenten Kampf gegen den Weiterbetrieb der Anlage. Nach sieben Jahren schließlich, auch mit juristischen Auseinandersetzungen, war sie dort angelangt, worüber sie heute (2026) sagt:
Wenn ich auf eines stolz bin in meinem Leben, dann darauf, dass wir Bergfort erfolgreich platt gemacht haben.
Ihr Bombenerlebnis schildert sie so:
„Ich saß auf der Couch und war am Telefonieren, als der Riesenknall kam. Ich dachte die Scheibe im Wohnzimmer kommt ein paar Zentimeter rein und splittert gleich. Zuerst dachte ich an einen Überschall-Knall. Als ich dann mit den Anderen in der Siedlung draussen war, sahen wir die Bescherung. Das war die Rote Linie. Vorher hab ich die Giftschwaden von Olsberg zwar wahrgenommen, aber jetzt, nach der Bombe, bin ich direkt in die aktive Arbeit eingestiegen„




Ostern 2025: Großbrand im „Recycling“-Betrieb WRL

Mitten im Wohngebiet. Auf dem ehemaligen Olsberg/Bergfort-Gelände an der Emscherstraße brennt ein Schrottberg.
Ein eklatantes Behördenversagen gegenüber dem sogenannten „Recyclingbetrieb“.
Die Ursache wurde nicht ermittelt. Der Betrieb hat Bestandschutz und arbeitet weiter mit dem bisher genehmigten Stoffkatalog.
Foto aus der WAZ-online.


